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Fahrradmontageständer sichern Arbeitsplätze in der Pandemie

Nebenprodukt der Firma Wiedemann entpuppt sich als Renner

Illustration eines Fahrradmechanikers

Die Wiedemann GmbH produziert jetzt, neben dem seit über 50 Jahren etablierten Stammgeschäft, auch hochwertige Fahrradmontageständer für Profiwerkstätten. Wo bis zum ersten Lockdown fast ausschließlich komplexe Dreh- und Frästeile sowie Baugruppen und Schweißkonstruktionen bis zu einem Gesamtgewicht von ca. 10 Tonnen, hauptsächlich für die Stahlindustrie und Maschinenhersteller, produziert wurden, sind es nun Stahlrohre und Klemmen für Montageständer. „Mit dem Bike auf Augenhöhe lässt es sich präzise und komfortabel arbeiten“, dachte sich Geschäftsführer Marco Wiedemann bereits in 2019, ahnte aber zum damaligen Zeitpunkt noch nicht, dass ihm diese Idee mal in Krisenzeiten helfen würde. Corona hat den Trend zum Radfahren noch einmal deutlich verstärkt.

Während des Lockdowns im Frühjahr 2020 ist die Zahl der Radfahrer plötzlich in die Höhe geschossen. Fahrradhändler konnten die hohe Nachfrage kaum noch bedienen, beliebte Fahrradmodelle und gerade E-Bikes erlebten einen wahren Boom in der letzten Saison. Auch Anbieter von Zubehör profitierten von der Nachfrage. Das hat sich die Warsteiner Firma Wiedemann zunutze gemacht und die Chance ergriffen. War sie früher vornehmlich in der Stahlindustrie und als Maschinenkomponentenlieferant im Bereich von Sonder-Hydraulikzylindern tätig, gab es in der Pandemie eine Schwerpunktverlagerung, die sich Geschäftsführer Marco Wiedemann nicht hätte träumen lassen: „Das als kleines Nebenstandbein aufgenommene Produkt Fahrradmontageständer entpuppte sich in Corona-Zeiten als der Renner.

Zwei Männer in der Fahrradwerkstatt

Abnehmer sind nicht ausschließlich Werkstatt-Profis, sondern auch Laien, die gelegentlich am Rad schrauben.“ Da der Vertrieb ausschließlich über Großhändler läuft, konnte sich die Wiedemann GmbH dadurch Logistik und den Vertrieb an Endkunden sparen. „Damit ist es uns gelungen, in der Krise alle 21 Beschäftigten zu halten“, berichtet Marco Wiedemann. „Viele dieser neuen Nutzer werden die Zweiradmobilität auch nach der Krise nicht mehr missen wollen“, meint Wiedemann und plant bereits den weiteren Ausbau seiner Montageständerproduktion. Prokurist und Firmenkundenbetreuer der Volksbank Hellweg Werner Heppe freut sich über den Erfolg des Unternehmers und lobt dessen hohe Anpassungsfähigkeit in Krisenzeiten.